Wie fängst Du in einem neuen Land an zu tun was du liebst? Erste Schritte!

Wie fängst Du in einem neuen Land an zu tun was du liebst?

Erste Schritte!

Du möchtest gerne in einem anderen Land leben und weißt nicht wie Du das anstellen sollst oder es erscheint Dir weit weg und nicht greifbar, so wie ein schöner Traum, der erst eventuell in ferner Zukunft irgendwann mal angegangen wird umzusetzen? Du denkst Du hast noch nicht die Voraussetzungen dafür Deine Wünsche in die Tat umzusetzen und bräuchtest erstmal mehr Geld oder hast dennoch Angst vor dem Ungewissen?

Vielleicht war es schon immer Dein Wunschtraum, Tierfotograf im Regenwald werden oder Surfen zu lernen in Südspanien? Würdest Du gerne mit Straßenkindern in Brasilien arbeiten, Deutschlehrerin in der Provence sein oder einfach ein bestimmtes Land erstmal kennenlernen? Ich zeige Dir hier in diesem Artikel die ersten Schritte um Deinen Plan zu verwirklichen.

Ich habe außer in Deutschland  jeweils mehrere Jahre in Südspanien und in Bolivien gelebt und bin beide Male ohne großes Startkapital in das jeweilige Land gegangen. Was ich hatte, war ein grober Plan, eine erste Anlaufstelle und meine Motivation.
Mir wurden oft Fragen gestellt, wie ich das denn gemacht hätte oder den „Mut“ aufgebracht hätte, und ich habe immer wieder Leute getroffen die gerne auch sowas gemacht hätten, aber dann dachten es ginge nicht, weil sie kein Geld haben, oder andere Verpflichtungen, oder eben Unsicherheitsgefühle, sie meinten keine Wohnung zu kriegen, die Kinder seien zu klein oder zu groß, und auch wenn ich dann versucht habe sie zu motivieren, wurden andere Hindernisse aufgezählt.

Ich sage Euch, es gibt eigentlich nie den perfekten Zeitpunkt, und finde, es ist auch nicht unbedingt eine Sache von Mut oder sowas, sondern es geht vielmehr darum, die Entscheidung zu treffen das machen zu wollen und dann die ersten Schritte grob zu planen. Die nächsten Schritte ergeben sich dann oft von allein, wenn Du bereits dort bist und etwas machst, neue Kontakte bekommst, Dich langsam besser auskennst, die Sprache sprichst etc.

Wenn Du das wirklich willst, dann sind Deine Ausgangssituation und eventuelle Hindernisse auch nicht so relevant, denn es gibt immer Wege und Möglichkeiten, und Hindernisse können überwunden werden. Es gibt weder die perfekte Ausgangssituation noch den perfekten Zeitpunkt. Der Moment ist immer JETZT, möge die Situation auch noch so chaotisch sein.

Ich möchte Dich gerne unterstützen und anhand meiner eigenen Geschichte zeigen wie sowas gehen kann. Wenn Du konkrete Fragen hast, biete ich Dir auch gerne an gemeinsam mit Dir einen Schritt-für-Schritt-Plan auszuarbeiten um Deinen Traum zu realisieren! Kontaktiere mich gerne persönlich oder trete unserer Facebook-Gruppe „Individualisten und Systeminkompatible“ bei.
Die erste Frage ist: Wie gut kennst Du bereits das Land in dem Du leben möchtest und sprichst Du die Landessprache?
Warst Du schon einmal dort und hast einen ersten Eindruck gewonnen und es hat Dir so gut gefallen, dass Du Dir nun wünschst richtig dort zu leben?
Warst Du noch nicht selber dort, hast aber darüber gehört und gelesen und möchtest gerne Land und Leute kennenlernen?
Oder kennst Du dich bereits dort aus und hast schon erste Kontakte?

Was auch immer Du dort machen möchtest, das Land erstmal kennenlernen, einen Traumjob ausüben oder Dein eigenes Business aufbauen, alles ist Schritt für Schritt möglich, egal wie verrückt das jetzt klingt!

Bei mir war es Spanien. Ich war 18 Jahre alt, hatte in Deutschland meine Wohnung verloren, es war Januar, es war kalt und grau. Ein Freund schlug mir vor zusammen nach Spanien zu reisen und ich machte mit. Mich faszinierte allein schon der Weg dorthin, wir ließen uns Zeit und je weiter wir nach Süden kamen, desto mehr veränderte sich die Vegetation. Als wir in Frankreich auf der Höhe von Nîmes waren, war das Klima bereits sehr mild, man spürte die Sonnenstrahlen auf der Haut, es gab Singvögel wie Grasmücken und Steinschmätzer und der Himmel war knallblau. Das war ein tolles Erlebnis, aus dem tristen Grau in Deutschland kommend und die Schule gerade hinter mir gelassen. Unser Zielort war Cadaqués in Nordspanien, Katalonien am Cap de Creus. Ich war beeindruckt von dem hellen Licht hier am Mittelmeer, welches durch die weißgestrichenen Häuser noch hervorgehoben wurde. Die mediterrane Architektur faszinierte mich, weiße Häuser, blaues Meer, helles Licht, kleine verwinkelte Gassen, und auch die Natur fand ich herrlich, die Olivenbäume, Zypressen, mediterranen Blumen, Agaven und die Singvögel überall. Ich verspürte sogleich den Wunsch, hier einmal richtig zu leben!

Meine ersten Schritte:
Die Verwirklichung erfolgte zunächst in vielen kleineren Schritten. Das erste war, dass ich nach dieser Reise mir Bücher besorgte, um Spanisch zu lernen. Später schenkte mir meine Mutter einen Spanischkurs in Granada / Südspanien, da war ich Anfang 20, und das war wirklich super, denn man lernt die Sprache im Land natürlich am besten und die Sprachschule war wirklich toll. Bei täglichem Unterricht und hinterher der Anwendung gleich im alltäglichen Leben wie beim Einkaufen etc. und hören im Radio und überall, geht das alles natürlich viel schneller als von der Ferne mit Büchern oder ähnlichem. Dieser Sprachkurs ging 2 Monate, und nach 3-4 Wochen fing ich schon an zu sprechen. Wohnen konnte ich in der Zeit in der Wohnung der Mutter eines Freundes der mich begleitete, die Wohnung stand leer weil die Familie in Deutschland lebte. Das war natürlich eine gute Möglichkeit, denn so brauchte ich mich um die Unterkunft nicht kümmern, es gibt aber sonst auch viele andere Möglichkeiten eine Unterkunft zu finden. Die Sprachschulen bieten meistens auch eigene Unterkünfte an, ansonsten gibt es auch andere Möglichkeiten wie Airbnb, Couchsurfing, Work & Travel…
Ich fragte während des Sprachaufenthaltes meine Spanischlehrerin Mariángeles, wie ich es anstellen kann in Granada zu leben und evtl erstmal einen Job als Kellnerin oder irgendetwas anderes zu bekommen. Durch sie erfuhr ich dann zum ersten Mal in meinem Leben was ein Lebenslauf ist, und dass dieser in Spanien sehr wichtig sei um einen Job zu bekommen. Ich hatte so eine grobe Vorstellung, erst einmal als Kellnerin zu arbeiten und in einem günstigen Zimmer zu wohnen, so das Leben in Granada kennenzulernen um dann zu entscheiden was ich danach noch besseres machen kann. Mariaángeles schrieb mit mir also meinen Lebenslauf auf Spanisch.
Das war mein erster Schritt. Der Sprachkurs im Land und mein fertig auf Spanisch geschriebener Lebenslauf.

Die zweite Frage ist: Was möchtest Du ungefähr machen und für wie lange reicht Dein Budget aus? Willst Du Dich gleich in Deinem Traumberuf bewerben, ein Praktikum machen, Arbeit gegen Unterkunft, längerer Urlaub, eigenes Business, einen Artikel über irgendetwas schreiben was Dir in dem Land gefällt, eine Gegend erkunden, Surfen lernen, ….?
Hier ist es wichtig in Dich hineinzuhören, was sind Deine Beweggründe, in welche Richtung möchtest Du gehen, was interessiert Dich und was würde Dir helfen um weiterzugehen? Wenn Du Geld zur Verfügung hast, hast Du andere Möglichkeiten als wenn Du gleich welches brauchst, aber beides geht. Ich meine damit zb. Du möchtest Surfen lernen und dabei Spanien kennenlernen, hast aber nicht das Geld für einen Surfkurs und die Ausrüstung. Dann, statt einen Surfkurs zu buchen, suchst Du Dir zb ein Praktikum in einer Surfschule gegen Unterkunft und einen Surfkurs.

Mein zweiter Schritt sah so aus:
Nach dem Sprachkurs war ich wieder nach Deutschland zurückgekehrt und hatte eine schulische Ausbildung als Fremdsprachensekretärin für Spanisch, Englisch und Deutsch angefangen, weil ich dachte es sei praktisch wenn ich nach Spanien gehe, so eine Ausbildung gemacht zu haben, damit könnte ich sowohl im Bereich Tourismus als auch in irgendwelchen anderen Firmen die Schriftverkehr in verschiedenen Sprachen haben, arbeiten und erstmal über die Runden kommen, auch wenn das natürlich noch nicht mein Traumberuf war und nur als Mittel zum Zweck diente. Die Ausbildung sollte 2 Jahre gehen, aber ich hielt sie nicht durch, die Berufsschule war trocken, langweilig und einseitig und ich merkte nach einem Dreivierteljahr dass das nichts für mich war, ich bin einfach nicht der Bürotyp, auch wenn ich das nur als Sprungbrett nutzen wollte um erstmal Fuß zu fassen. Ein zu großer Kompromiss! Außerdem fühlte ich mich in Deutschland absolut nicht mehr wohl und wollte sofort los nach Spanien. Da in diese Ausbildung ein 4wöchiges Praktikum gehörte das man sich selber suchen sollte, suchte ich mir dieses Praktikum direkt in Spanien, 4 Wochen lang in einer Spedition, und hängte ein weiteres, 6 monatiges Praktikum in einer Spanischschule in Granada direkt im Anschluss da dran, was ich mir über das Internet gesucht hatte. Da ich überhaupt kein Geld hatte (neben der Schule konnte ich nicht viel arbeiten und das ging fast alles für Miete und Lebensunterhalt drauf), musste ich mir genau überlegen wie ich das anstelle. Ich war noch unter 26 Jahre alt und bekam deshalb das Kindergeld ausgezahlt was meine Mutter für mich bekam, weil ich eine Ausbildung machte. Da das 4wöchige Praktikum in der Spedition zu meiner schulischen Ausbildung gehörte und das andere, längere Praktikum gleich im Anschluss daran stattfand, durfte ich das Kindergeld also während der ganzen 7 Monate weiter bekommen und mein Problem war gelöst!
Ich muss sagen dass das erste Praktikum in der Spedition ziemlich langweilig war, denn wie gesagt, Büro war eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Während der 4 Wochen konnte ich wieder in der Wohnung der Mutter meines Bekannten wohnen.
Das 6monatige Praktikum in der Spanischschule war dann aber genial!! Ich hatte ein Zimmer direkt in der Schule, durfte die Küche der Sprachschüler und die Waschmaschine benutzen und an den Nachmittagen so viel ich wollte am Spanischunterricht teilnehmen! Dafür arbeitete ich vormittags 5 Stunden im Büro mit und half bei der Emailkorrespondenz mit den deutschen Teilnehmern und muss sagen dass diese Art von Büroarbeit mir sehr viel Spaß machte, denn die Leute dort waren sehr freundlich und lustig, und durch die ganzen internationalen Spanischschüler war es ein tolles Ambiente!! In den 6 Monaten dort mit der Arbeit und dem Spanischunterricht so viel ich wollte und dem Kindergeld für meine Lebensmittel hatte ich einen super Einstieg!!! Habe die Sprache wirklich sehr gut gelernt, Kontakte geknüpft und hatte Zeit um mich einzuleben und dann weitere Schritte zu planen!

Die dritte Frage folgt dann halt, wenn diese erste Anfangszeit abgeschlossen ist und es darum geht wirklich das zu tun was man liebt und eben damit Geld zu verdienen.
Es kann dann auch gut sein, dass sich die nächsten Schritte von allein ergeben, sich Türen öffnen und man gar nicht mehr so viel nachdenken muss darüber was denn nun als nächstes kommen könnte, weil man ja bereits auf dem Weg ist und jetzt einfach Resonanz bekommt.
Bei mir zumindest war das so.

Ich bekam eine Email von Gomera Trekking Tours. Das ist ein Reiseveranstalter, der Trekking-, Wander- und Kulturreisen in La Gomera und Andalusien organisierte. Noch von Deutschland aus, kurz vor meiner Abreise nach Spanien, hatte ich auf eine Anzeige von denen, die ich zufällig in der Zeitschrift Ökotest gesehen hatte, geantwortet. Sie suchten Trekking- und Wanderführer in Südspanien. Ich hatte mich gemeldet, obwohl ich keinerlei Erfahrung in dem Bereich hatte, aber ich konnte mir sehr gut vorstellen, dass mir so etwas gefallen würde. Deshalb hatte ich geschrieben dass ich gerade dabei bin nach Südspanien umzuziehen und großes Interesse daran habe, aber noch keine Erfahrung. Nun, ein knappes Dreivierteljahr später bekam ich nun eine Email von ihnen, sie fragten mich ob ich noch Interesse hätte und boten mir an so eine 2-Wochen-Tour zu begleiten und gleich danach im Anschluss selber eine solche Reise zu führen. Es sollte 17 Tage nach Ende meines Praktikums in der Spanischschule genau an meinem Geburtstag losgehen. Perfektes Timing also!-

Das fing gut an, und es machte mir riesigen Spaß! Die Reise bestand aus Wanderstrecken in den Bergen, Städtebesichtigungen, Vogelbeobachtung, Besuch einer Sherry-Bodega, Flamenco, Bergdörfern und am Schluss ein paar Tagen am Strand. Die Reisegruppen waren jedes Mal sehr nette und aufgeschlossene Leute die sich für Natur und Kultur interessierten.

Außer diese Reisen zu begleiten, arbeitete ich noch in einem Kulturzentrum  in meiner Nachbarschaft in der Bar, und später überlegte ich mir dass ich auch gerne die Gegend direkt am Meer kennenlernen wollte. Da ich auch Tauchen interessant fand, es aber noch nie gemacht hatte, bewarb ich mich dann für die nächste Sommersaison bei einigen Tauchschulen und fand einen Job in der Rezeption in einem Tauchzentrum in La Herradura. Das war auch wieder sehr interessant, das Umfeld gefiel mir sehr, ich bekam den Taucher-Grundkurs (Open Water Diver) vergünstigt und lernte die Unterwasserwelt kennen, eine meiner schönsten Erfahrungen überhaupt!

Ich merkte dass ich mich im Umfeld von Tourismusleuten und Tauchern sehr wohl fühlte und gerne mit ihnen arbeitete, was mir ermöglichte, Gegenden, Unterkünfte, Kollegen und jetzt auch Taucher kennenzulernen. Ich mochte es als Reiseleiterin den Leuten die Gegenden zu zeigen die ich selber liebte und Geschichten darüber zu erzählen und auch in der Tauchschule machte ich meinen Job gut – dadurch dass ich selber so fasziniert von der Unterwasserwelt war, konnte ich auch die Kunden sehr gut begeistern. Ich kam dann zu dem Entschluss, mein eigenes Business in diesem Bereich aufzubauen. Die Geschichte erzähle ich Euch aber in einem anderen Artikel.

Diese ersten Schritte die ich Euch beschrieben habe, könnt Ihr für Euch auf alle anderen Bereiche übertragen und so Euren ganz individuellen Weg kreieren.

Wenn Euch dieser Artikel gefallen oder geholfen hat, gebt mir gerne einen Kommentar und auch, wenn Ihr noch weitere Fragen habt!


Kommentieren

4 Comments

  1. Veröffentlich von Heidi Schmidtke am 21. Mai 2016 um 20:59

    Hallo Mirjam, das hast du sehr lebendig erzählt, klasse! dein Leben war und ist wirklich sehr abenteuerlich…weiterhin viel Glück! Heidi



    • Veröffentlich von Mirjam Samira am 21. Mai 2016 um 22:15

      Hey, das freut mich ja wenn es sich gut lesen lässt. Der Artikel ist ja recht lang. Aber mir war es wichtig meine eigene Geschichte als Beispiel mit reinzubringen, weil es sonst nur sehr theoretisch ist. Danke für Dein positives Feedback!



  2. Veröffentlich von Marco May am 22. Mai 2016 um 22:24

    Liebe Mirjam Samira,
    eine schöne Seite hast du und eine wunderschöne Anleitung.

    Ich finde es schön wie du deine Schritte beschrieben hast und es ist sehr lebendig!



    • Veröffentlich von Mirjam Samira am 22. Mai 2016 um 22:48

      Danke Marco, das freut mich riesig!!!