5 Tipps, um ungewisse Situationen als Herausforderung zu meistern und sich nicht ausgeliefert zu fühlen!

Mein Leben an der Hauptstraße – Warum es so wichtig ist, sich auf dem Weg zum Ziel bereits zuhause zu fühlen!

 

Es ist Ende Dezember 2016 und ich lebe mit meiner Tochter am Rand von Almuñécar, direkt an der Hauptstraße N-340, einer Nationalstraße in Südspanien. Ich mache mir Gedanken über die Bedeutung, hier an diesem Ort, genau an dieser Straße zu leben, an der ich vor 10-20 Jahren so oft entlanggefahren bin – zunächst auf Reisen und später fuhr ich oft hier entlang, als ich in Granada lebte. Auch damals in meiner Zeit in Granada war Almuñécar bereits einer meiner Lieblingsorte, die ich gerne besuchte, wenn ich ans Meer fuhr. Ich liebte die alten Ruinen und den schönen botanischen Garten hier.

Nach einem gescheiterten Betreuungsjob im Oktober hier im selben Ort, der sich als unseriös herausgestellt hatte, sind wir nun in diesem Haus an der N-340 bei einem Freund gelandet. Eine Art „Wohnen gegen Hand“ – wir haben 2 Zimmer gegen Mithilfe im Haus und mit seinen Hunden. Er und seine Freundin sind den ganzen Tag über nicht zuhause, da sie ein Restaurant haben. Für uns passte das gut: eine günstige Unterkunft mit Internet – für mich die Möglichkeit, weiter an meinem Online-Business zu basteln und das Freelancen voranzutreiben, um so bald wie möglich von den Einnahmen leben zu können.

 

Für meine Tochter eine super Erfahrung, denn sie liebt Tiere und hatte sogar im Oktober den Wunsch geäußert, einen kleinen Hund haben zu wollen – nun hatte sie 2 liebe große Hündinnen und eine von beiden sogar schwanger!
Das Haus befindet sich neben einem großen verlassenen Hotel. In den Hotelgarten gehen wir regelmäßig mit den Hunden spazieren, er ist total schön, hat große Bäume, ist sehr überwachsen, da die Anlage schon jahrelang verlassen scheint. Auch ein Pool ist noch dort mit etwas Laub drin und ein kleiner Orangenbaum, der Früchte trägt.

 

Irgendwie steckt da so viel Symbolismus drin. Dieser Freund an der Hauptstraße, das verlassene Hotel mit seinem entspannenden nostalgischen Garten. Es ist ein Zwischenstopp auf der Reise des Lebens, ein Halt an der Hauptstraße, eine schöne Begegnung mit Menschen und Hunden.

Während dieser 2 Monate schließen wir Freundschaft mit diesen Hunden und meine Tochter hat eine tolle Erfahrung mit den Hundebabys, die geboren werden und die sie aufwachsen sieht. Mir fallen die Hygiene und das Saubermachen mit den Hunden nicht immer leicht, aber ich schließe sie wirklich ins Herz und wir haben eine tolle Zeit mit ihnen und den Spaziergängen am Strand. Vielen Dank an dieser Stelle an unseren Freund Taki.
Mit der Zeit bekomme ich mehr Aufträge und gegen Ende Dezember wird klar, dass es nun möglich wird, eine eigene Wohnung zu mieten. Es hat sich also gelohnt und es geht voran!

 

5 Tipps, um sich ungewissen Situationen nicht ausgeliefert zu fühlen und diese als Teil des Weges anzuerkennen

1.) Scheitern oder Rückfall: einkalkulieren!
Kein Drama draus machen oder gar denken, jetzt war alles umsonst oder klappt nicht. Menschen, die glücklich und erfolgreich sind, sehen Fehltritte nicht als Unglück an. Es sind ganz normale Situationen auf dem Weg, und wenn etwas schlecht läuft, hält man eben inne und sucht sich den nächsten Weg. Deshalb ist es nicht gut, alle einzelnen Schritte vorher total durchzuplanen, denn manchmal weiß man auch vorher nicht genau, was einen bei einem neuen Schritt erwartet. Man dachte vorher, es klingt doch alles super und erst später stellt sich nach und nach heraus, dass die Umstände doch nicht so toll sind: Vielleicht ist der Wohnraum dreckig, die Mitbewohner schräg, die Arbeitsbedingungen nicht so gut wie erwartet oder die finanziellen Einnahmen sind weniger als erwartet. Es ist wichtig, das als völlig normal anzusehen und wenn kein Plan B vorhanden ist, ruhig bleiben und die Situation analysieren, schauen, welche Wege es von da aus gibt: beispielsweise eine andere Unterkunft, Möglichkeiten, wo ich Fähigkeiten von mir einbringen kann, um eine Gegenleistung zu erhalten. Immer der eigene Chef bleiben, auf keinen Fall in eine Opferhaltung verfallen – denn das wäre das schlimmste, dann verzweifelt man und wird bedürftig!

 

2.) Meckern oder sich beschweren darf man, aber wir sollten in dieser Haltung nicht lange verharren.
Kurz meckern, fluchen oder schimpfen ist sogar empfehlenswert, um Gefühle nicht herunterzuschlucken. Dann aber hilft es uns enorm weiter, wenn wir uns klar machen, dass wir uns ja die Situation, in der wir gerade gelandet sind, selbst kreiert haben! Alles, was wir machen, alle Situationen, in denen wir landen, haben wir uns selbst kreiert. Auch wenn wir gerne schon am Ziel wären! Es hat immer irgendeinen Grund, warum wir noch nicht in unserem schönen Haus mit Palmen im Garten sind. Wir selbst haben uns diese Situation erschaffen – durch vorherige Schritte, Kontakte, Suchen, auf Tipps hören und durch Vorlieben oder Gedanken. Nach dem Schimpfen ist es deshalb erstrebenswert, ruhig zu bleiben und zu schauen:
Wie gehe ich mit der Situation um, was kann ich aus diesen Begegnungen lernen, was will ich wirklich und was stört mich daran, wie kann ich es ändern? Wenn wir unsere Lern-Aufgabe der aktuellen Situation erkannt und angenommen haben, geht es meistens leichter bergauf.

 

3.) Das noch nicht erreichte Ziel nicht als ein Defizit betrachten!
Es ist immer ganz wichtig, hier eine entspannte Lebenseinstellung mit dem richtigen Mindset zu haben. Ich empfehle hier, das Ziel und die Wunsch-Lebenssituation schon so zu verinnerlichen, dass man es schon so fühlt, als wäre es real. Wir wissen, dass wir bald da sind und fühlen schon, wie sich das anfühlt. Auch, wenn wir noch ein paar Hürden zu bewältigen haben – z. B. das Einkommen zu erhöhen, die Wohnsituation zu verbessern etc. – wir bleiben da dran, sind entspannt und freuen uns, denn wir sind auf dem Weg und bereits mit unserem Ziel verbunden! Auch der Weg dorthin ist schön! Es ist unser Weg!
Wenn wir diesen Zustand als Defizit betrachten, leben wir in einer Mangel-Situation, es fehlt uns etwas. Und durch so eine Einstellung halten wir den Mangel aufrecht und denken ständig, es fehlt uns etwas. Dadurch sind wir empfänglicher für Unzufriedenheit. Besser hingegen ist es, wenn wir uns klar machen, was wir bis jetzt schon erreicht haben, wie nah wir dran sind, welche Vorteile uns unsere jetzige Situation bietet und was wir genau hier noch für uns selbst lernen können! In meinem Fall war das, was ich gelernt habe, konsequent weiterzumachen in dem Bewusstsein wofür ich es tue – nämlich für meine Ortsunabhängigkeit! Genau dafür kann ich auch mal unschöne Aufgaben erledigen. Ich arbeitete viel und genoss dabei die kleinen Pausen am Meer mit den Wellen, meiner Tochter und den Hunden. Ich legte Disziplin an den Tag in meinem Leben an der Hauptstraße. Immerhin war es eine Hauptstraße – kein verwinkelter Weg 😉

 

4.) Die Hürden bis zum Ziel als Herausforderung ansehen!
Betrachten wir Hürden als schwer überwindliches Hindernis, kann uns das viel mehr Kraft kosten, als wenn wir sie spielerisch ins Leben mit einbeziehen. Hürden und Schwierigkeiten sind ganz normal und treten gerade bei neuen Wegen gerne mal auf. Sie fordern uns heraus und wir müssen uns etwas überlegen, was wir als nächstes tun. Wir können daran wachsen und unsere Fähigkeiten ausprobieren, um dann ins nächste „Level“ zu kommen. Auch hier ist das richtige Mindset wichtig. Wir sollten auch Schwierigkeiten willkommen heißen anstatt sie abzulehnen – dann kommen wir viel besser mit ihnen zurecht und gehen viel klarer in Interaktion.

 

5.) Ganz wichtig: nicht alle Schritte des Weges im Voraus zu planen versuchen!
Es werden immer unvorhergesehene Dinge passieren! Wir werden ganz sicher auch Fehler machen! Keine Entscheidung ist von Anfang an perfekt, so vieles ergibt sich doch erst auf dem Weg! Wir können nicht alle Details im Voraus sehen. Vieles sehen wir erst dann genau, wenn wir „vor Ort“ sind bzw. ein Stück des Weges vorangeschritten sind. Auch öffnen sich oftmals erst dann neue Türen, wenn man die alten Wege hinter sich gelassen hat – auch ohne zu wissen, was einen genau erwartet! Wir Menschen neigen viel dazu, alles genau einzuplanen und ganz normale Unsicherheiten werden viel zu sehr von Ängsten überzogen. Es ist gut, die nächsten Schritte grob zu planen und das Ziel vor Augen zu haben, aber man muss eben auch irgendwann einfach erstmal losgehen – oder auch springen. Und dabei eben offen für Überraschungen sein. Und nicht erst einen Plan B ausarbeiten, große Summen ansparen, sondern einfach auch „Mut zur Lücke“ haben und neue Wege einleiten, auch ohne den perfekten Plan. Es ändern sich auf dem Weg sowieso wieder Dinge und man bekommt nicht nur schlimme Überraschungen, sondern auch neue Impulse, Ideen und Begegnungen!

Inspiriert hat mich hier auch sehr Ka Sundance mit diesem Vortrag, in dem er über einige dieser Punkte sehr ausführlich spricht: https://www.youtube.com/watch?v=tiTJhht83dU

 

Mein neustes YouTube Video über unseren Aufbruch und den ersten Monat in Andalusien seht Ihr hier:
https://www.youtube.com/watch?v=-n2bLEmRQDA&t=50s

Wie seht Ihr das, welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Seht Ihr es ähnlich oder habt Ihr noch ganz andere Tipps? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar!


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